Tallinn

Tallinn

Tallinn – Mittelalterstadt am Meer

Das Beste kommt zum Schluss. Unsere Rundreise durch das Baltikum endete mit der hübschen Hauptstadt Estlands, Tallinn.

Im Norden des Baltikums angekommen verbrachten wir noch zwei Nächte in Tallinn. Tallinn gehörte auf jeden Fall zu den Highlights der Rundreise. Tallinn erinnerte mich ein bisschen an Rothenburg, weil auch es auch von einer Stadtmauer umgeben und mit mittelalterlichen Gassen ein Gefühl “back in time” vermittelt.

Was man sich an einem Tag anschauen und zu Fuß bequem erreichen kann, stelle ich euch in diesem Blogpost vor, der einen Tallinn-Tag mit vielen Fotos beinhaltet.

Der Tag spielte sich vor allem im historischen Stadtkern ab – mit einem kleinen Abstecher vor die Tore der Stadt.

Gleich ein Tipp vorneweg: Morgens vor 10 Uhr oder nachmittags ab 17 Uhr zu kommen, da Tallinn tagsüber von Kreuzfahrttouristen eingenommen wird. In Tallinn ist es auch spät abends noch hell, so dass sich der Besuch und das Fotografieren auch am Abend lohnen.

Die Altstadt von Tallinn teilt sich in die Ober- und Unterstadt. Meiner Meinung nach hat die Oberstadt, besonders wegen der Aussichtspunkte, ein bisschen mehr zu bieten als die Unterstadt. Was ich richtig gut fand und unbedingt weiterempfehlen möchte, ist meine (Altstadt)-Tallinn-Top-5. Here we go.

Altstadt auf dem Domberg in Tallinn
Altstadt auf dem Domberg

Der Domberg

Der Domberg ist ein kleines eigenes Viertel in der Oberstadt mit prächtigen Bauten, Kopfsteinpflaster und einer mittelalterlichen Atmosphäre. Besonders auffällig ist hier die rot-weiße Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren runden Dächern, die von fast jeder Straße zu sehen sind.

Domberg und die Alexander-Newski-Kathedrale

Auch der Dom, Botschaften (u.a. die Deutsche Botschaft), Museen, Restaurants und der Sitz des Regierungschefs befinden sich auf dem Domberg. Hier kann man sich vor Fotomotiven kaum retten und es lohnt sich, in alle Richtungen zu schauen, weil die Umgebung einfach beeindruckend ist.

Ein kleiner Teil Stadtmauer ist auch hier oben erhalten. Hier gibt es den gut erhaltenen Kiek in de Kök Turm zu betrachten. Dieser umfasst ein Musem, das sich bis auf den Jungferntum erstreckt. In dieser Ecke der Oberstadt kann man die Stadtmauer begehen, die Museen besuchen und in stylishen Cafés essen und trinken. Genauer Infos dazu gibt es hier.

Reste der Stadtmauer in der Oberstadt in Tallinn
Reste der Stadtmauer in der Oberstadt
Platz vor der alten Stadtmauer und dem Museum in der Oberstadt in Tallinn
Platz vor der alten Stadtmauer und dem Museum in der Oberstadt

Man gelangt durch eine Treppe hinauf in die Oberstadt oder durch kleinere Straßen. Die Wege sind gut ausgeschildert. Wir nahmen die Straße “Pikk Jalg”, den früheren einzigen Aufgang zur Oberstadt. Der Weg endet mit dem Ausblick auf die Alexander-Newski-Kathedrale und führt vorbei an Künstlern, die ihre Werke ausstellen.

Das Tor zur Pikk Jalg Straße, Aufgang zum Domberg in Tallinn
Das Tor zur Pikk Jalg Straße, Aufgang zum Domberg

Kohtuotsa und Patkuli Aussichtsplattform

Wenn man über die Patkuli Treppe in die Oberstadt gelangt, kommt man bei der Patkuli Aussichtsplattform an.

Die Plattform liegt an der Nordseite des Dombergs und von hier hatten wir eine gute Sicht auf die Reste der Stadtmauer und die Türme, die immer wieder aus dem Stadtbild herausragen. Malerisch war hier die Kombination der Kirch- und Stadtmauertürmen mit den Bäumen und dem Meer im Hintergrund. Der Aufgang lohnt sich!

Ausblick auf die Stadtmauer

Die Kohtuotsa Aussichtsplattform ist genauso empfehlenswert wie Patkuli. Beide Aussichtspunkte liegen auf dem Toompea Hügel, 200m voneinander entfernt, gut zu Fuß erreichbar. Wir gelangten durch ein Stadttor von der Altstadt in die Oberstadt hinauf. Die Kohtuotsa Aussicht unterscheidet sich ein wenig, da man von hier die Türme und die Stadtmauern nicht sieht, sondern die roten Dächer der Wohnhäuser, Kirchen und die „Neustadt“, der moderne Teil Tallinns, ist auch zu sehen. Eine kleine Mauer lädt zum Verweilen ein – auch ein Grund, warum hier mehr los war. In meinem persönlichen „Ranking“ liegt die Patkuli Plattform auf Platz 1, weil die Aussicht noch ein bisschen schöner ist.

Aussicht über Tallinn

Rathausplatz

Am Rathausplatz kommt man nicht vorbei. Er ist das soziale Zentrum der Stadt und die meisten Hauptstraßen, Einkaufsstraßen und Gassen führen zu ihm. Ein großer Platz, umgeben von Kaufmannshäusern in allen Farben. Ein Touristenmagnet, vor allem wegen der vielen Restaurants und Bars, die den Blick auf den Platz bieten und von nationalen und internationalen Speisen alles bieten. Da wir abends hier waren und das Licht schön in Tallinns Altstadt schimmerte, blieben wir nur kurz und suchten liebere ruhigere Ecken Tallinns auf.

Rathausplatz

 Stadtmauer

Die Stadtmauer ist ein Wahrzeichen Tallinns. Mit einer Länge von 2km verleiht sie der Stadt einen märchenhaften Charme. Man kann die Stadtmauer begehen. Der Eintritt kostet zwei Euro und sie ist von 10-17 Uhr zugänglich vom Hellemannturm (Stand 2018).

Wir liefen unterhalb der Stadtmauer entlang, gingen auch mal aus der Altstadt heraus und betrachteten die teilweise wuchtigen Türme, wie die „Dicke Margarete“ und „Kiek in de Kök“. Besonders romantisch waren die kleinen Cafés und Innenhöfe in und um die Stadtmauer.

Die Stadtmauer von Tallinn
Die Stadtmauer von Tallinn

Markthalle Balti Jaama Turg & Kalamaja Viertel

Als Kontrast zur historischen Altstadt sollte man sich mal Nähe des Bahnhofs die Markthalle Balti Jaama Turg und das Streetfood-Viertel anschauen. In der Markthalle gab es frische Produkte und auf dem Gelände aßen wir in einem ausrangierten stylischen Eisenbahnwaggon zu Mittag. Hier kann man Streetfood in einem alten Doppeldeckerbus genießen, ein Stück auf alten Gleisen laufen oder in der Markthalle einkaufen, durch kleine Boutiquen laufen und das moderne, stylishe, innovative Tallinn genießen. Hier kann man tagsüber auch den Touristen in der Stadt entfliehen.

Cafés vor dem Gelände der Markthalle

Da unser Air BnB in der Nähe lag, war der Ort eine coole Location für unser Mittagessen. Um die Ecke der Markthalle liegt das Holzhäuserviertel „Kalamaja“. Hier reihen sich bunte, geschmackvoll restaurierte Holzhäuser aneinander und auch hier gibt’s Möglichkeiten außerhalb des Altstadttroubles essen und trinken zu gehen. Die Läden sind sehr individuell eingerichtet, oft mit vielen Sitzmöglichkeiten draußen.

Kalamaja-Viertel in Tallinn
Kalamaja-Viertel

TALLINN war der perfekte Abschluss eines Baltikums-Roadtrips und meiner Meinung nach ein richtiger Höhepunkt im Baltikum. Die Stadt ist an jeder Ecke interessant, beeindruckend gut erhalten und wegen ihrer “Größe” auch “nur” an einem Tag gut zu erkunden.

ferienfrei

Ich bin Mareike, Lehrerin und in der Ferienzeit liebend gern unterwegs. Hier gibt’s individuell geplante Städtereisen und Roadtrips, eine Mischung aus Klassikern und unbekannten Schätzen, europaweit, aber auch mit einem Abstecher nach Asien.

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