Görlitz

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Görlitz – Europastadt an der deutsch-polnischen Grenze

In diesem Blogpost stelle ich euch die schönsten Sehenswürdigkeiten in Görlitz vor. An Pfingsten 2019 verbrachten wir ein verlängertes Wochenende in Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands. Görlitz liegt in Sachsen an der Neiße und ist durch die Altstadtbrücke mit der polnischen Stadt Zgorzelec verbunden. Seit 1998 sind beide Städte zu einer Europastadt verbunden. Görlitz hat den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden und besitzt über 4 000 denkmalgeschützte Gebäude, die es vor allem in der Altstadt zu bestaunen gibt.

Dieser Blogpost umfasst eine kleine Reisezusammenfassung von zwei Tagen in Görlitz mit den schönsten Sehenswürdigkeiten.

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Altstadtbrücke – Deutschland und Polen

Görliwood – Filmkulisse Görlitz

Görlitz gilt auch als “Görliwood” und Filmstadt, da es für viele Hollywoodfilme schon als Kulisse diente. Darunter z.B. Der Vorleser, In 80 Tagen um die Welt und Inglorious Basterds. In diesem Zusammenhang kann an man diversen Führungen teilnehmen, um die Filmstadt und deren Kulissen kennenzulernen. Hierfür fährt auch der “Görliwood”-Bus durch die Stadt und erklärt, wo die Blockbluster entstanden sind.

Im ehemaligen Kaufhaus Görlitz wurden Szenen des Films Grand Budapest Hotel aufgenommen. In das Gebäude kann man einfach reingehen. Kleine Infotafeln machen auf die ehemalige Nutzung und den Gebrauch als Filmkulisse aufmerksam.

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Altes Kaufhaus

Altstadt

In der Altstadt vereinen sich mit der Renaissance, Barock und Gotik verschiedene Baustile und die schönsten Sehenswürdigkeiten in Görlitz. Gut erhaltene Plätze, schöne Gassen und Innenhöfe und viele Kirchen prägen das Stadtbild. Alles ist fußläufig zu erreichen. Die Stadt ist historisch, gepflegt, hübsch und auch gemütlich. Kleine Cafés und authentische, liebevolle Läden finden sich in den Gassen. Der Blick nach rechts und links in die Nebenstraßen mit Torbögen und weitläufigen Innenhöfen lohnen sich.

Peterskirche

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul, die kurz Peterskirche genannt wird, ist von allen Ecken in Görlitz zu erkennen. Einen besonders guten Blick hat man von der polnischen Seite. Die Kirche ist geprägt durch das Turmpaar. Als wir da waren, fand eine Hochzeit statt. Der Besuch der Hallenkirche war nicht möglich. Die Kirche liegt direkt an der Neiße vom Vorplatz der Kirche hat man Ausblick auf Zgorzelec.

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Blick von der polnischen Seite auf Görlitz

Rathaus und Untermarkt

Beide Orte gehören zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Görlitz. Das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert erstreckt sich über mehrere Gebäude auf dem Untermarkt 6-8. Markant ist der Rathausturm mit seinem Uhrenturm. Der Gebäudekomplex ist Sitz mehrerer Ämter.

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Der Untermarkt

Auf dem Untermarkt befindet sich auch der Flüsterbogen (Untermarkt 22). Dieser funktioniert wirklich! An einer Seite reinflüstern. An der anderen Seite kommt die Botschaft raus, weil die Schallwellen besonders gut weitergeleitet werden.

Obermarkt

Auf dem Obermarkt gibt es Touristeninformationen, nette Bäckereien und Cafés, die zu einer kleinen, süßen Pause einladen. Zudem steht die Dreifaltigkeitskirche mit dem Georgsbrunnen auf dem Obermarkt.

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Georgsbrunnen auf dem Obermarkt

Der Reichenbacherturm am Ende des Obermarktes ist begehbar (gegen einen kleinen Eintritt). Er bietet eine schöne Aussicht auf die Stadt und das dahinterliegende Zgorzelec. Auf dem Weg nach oben zur Aussicht gibt es eine Ausstellung zum damaligen Leben und historisch eingerichtete Räume.

Verlässt man den Obermarkt Richtung Reichenbacherturm gelangt man nach einem kleinen Spaziergang zum Heiligen Grab. Hierbei handelt es sich um eine Kopie des Originals in Jerusalem. In einer zweistöckigen kleinen Kapelle kann man sich dieses (Eintritt 3 Euro) anschauen. Ich persönlich würde das Heilige Grab beim nächsten Besuch auslassen – allerdings ist dies ja Geschmackssache.

Weitere Sehenswürdigkeiten, die mir beide gut gefallen haben, sind der Ochsenzwinger und der Postplatz. Beides interessante und sehenswerte Plätze mit kleinen Grünanlagen. Der Ochsenzwinger liegt an der Neiße. Der Postplatz am Postamt, das vor allem am Abend rot leuchtete.

Zgorzelec

Wie bereits erwähnt, ist Görlitz eine Europastadt und liegt DIREKT an der Grenze zu Polen. Das ist definitiv neben der Altstadt das Highlight! Einfach mal in weniger als einer Minute rüber nach Polen spazieren. Das Handy springt auf “roaming” um und die Währung ändert sich in den Zloty – cool! (Man kann auch mit Euro zahlen).

Wir gingen über die Altstadtbrücke (Foto oben) rüber ins Nachbarland und liefen am polnischen Ufer entlang zur Brücke der Freundschaft. Am Ufer und an der Brücke findet man “Eckpfeiler” in den Landesfarben und die Grenzübergange sind durch Schilder markiert. In Zgorzelec selbst gab es nicht so viele Sehenswürdigkeiten, so dass wir uns einen Eindruck verschafften. Das Besondere war eigentlich das “Länderhopping” selbst. Empfehlenswert ist der Ausblick vom deutschen Neißeufer auf die bunte Häuserpartie an der polnischen Seite.

Neißeviadukt

Das Neißeviadukt liegt einen 20 Minuten Spaziergang Nähe des Bahnhofs und der Südstadt entfernt. Über das Viadukt verkehren Züge von Deutschland nach Polen und zurück. Die Eisenbahnbrücke an der Neiße gehört zu den ältesten und längsten Europas und liegt in einem grünen Park namens Friedenshöhe. Spaziergänger und Jogger verbringen hier ihre Zeit oder fahren mit dem Kanu unter dem Viadukt entlang. Auch Fahrradfahrer kommen hier am Ober-Neiße-Radweg auf ihre Kosten.

Wir erfrischten uns in der Obermühle. Die Obermühle ist ein Gebäudekomplex, die ehemalige Getreidemühle. Heute ist es ein nettes Restaurant, Pension und Bierbrauerei. Hier konnten wir gemütlich auf der Terrasse am Wasser sitzen und den Blick auf Neißetal mit dem Viadukt genießen. Auf jeden Fall ein schöner Spaziergang!

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Die Obermühle

Fazit: Görliwood, yes – you’re a star!

Es wundert mich nicht, dass Görlitz für viele nationale und internationale Filmproduktionen als Drehort diente. Viele historische Bauten, gut erhaltene Häuserfassaden, verzweigte Gassen, weitläufige Plätze und die Lage direkt am Fluss machen die Stadt zu einem wunderbaren Städtetrip mit dem besonderen Highlight “Grenzüberschreitung”.

Obwohl wir an einem sommerlichen Feiertagswochenende zu Besuch waren, war die Stadt nicht überlaufen und die Touristen verteilten sich gut auf die verschiedensten Sehenswürdigkeiten. Bestimmt ist Görlitz auch an einem Tag zu schaffen. Wer sich aber noch das Viadukt anschauen und die Zeit in den kleinen Cafés und der schönen Kulisse genießen möchte, sollte zwei Tage einplanen. Hierfür zu empfehlen sind der Eisstern und das Café 13 direkt an der Altstadtbrücke.

Görlitz ist mit Sicherheit kein Geheimtipp mehr. Es gibt aber immer noch genug Leute, die die Stadt im Osten (noch) nicht auf ihrer Reiseagenda haben. Man kann hier also einen entspannten Städtetrip vor Filmkulisse genießen. Zudem bietet Görlitz einige schöne Sehenswürdigkeiten.

ferienfrei

Ich bin Mareike, Lehrerin und in der Ferienzeit liebend gern unterwegs. Hier gibt’s individuell geplante Städtereisen und Roadtrips, eine Mischung aus Klassikern und unbekannten Schätzen, europaweit, aber auch mit einem Abstecher nach Asien.

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