Madeira

Madeira

5 Tipps für die Blumeninsel Madeira

Meine allererste Pauschalreise (zusammen mit einer Freundin, Mädelsurlaub im Juli 2019) mit dem Wunsch nach Erlebnis, Genuss, Kultur und Entspannung ging nach Madeira ins RIU PALACE mit Halbpension. Eine neue Erfahrung, die eine Menge Spaß machte und trotzdem Möglichkeit für Individualität beinhaltete.

Madeira ist auch bekannt als die Blumeninsel und deswegen definitiv ein Sehnsuchtsort. Beliebt ist die Insel auch bei Wanderern und Aktivurlaubern. Das Klima ist mild, aber nicht zu heiß. Die Insel ist groß, aber nicht zu riesig. Die Anreise ist länger, aber nicht zu lang. Kurzum: In 4 Stunden landet man auf einer wunderbaren Insel mit vielen Möglichkeiten. Für euch ergeben sich daraus 5 Tipps von mir!

Geordnet nach „Like-Faktor“ 😊

Pico do Ariero – Sonnenaufgang anschauen

Pico do Ariero – Sonnenaufgang
Pico do Ariero – Sonnenaufgang

Der Pico do Ariero, der drittgrößte Berg in Madeira, mit 1818m bietet einen fantastischen Sonnenaufgang, der zu einer einmaligen Erfahrung wurde. Los gings morgens um 5:15 Uhr am Hotel mit dem Mietwagen. Die Anfahrt war abenteuerlich, nicht immer leicht, aber auf jeden Fall lohnenswert! Gegen halb 7 ging die Sonne über der Wolkendecke auf und schimmerte durch die Wolken. Der Himmel verfärbte sich, die Wolken schlichen über den Berg und der Tag begann sehenswert. Für Wanderer ein Ausgangspunkt für Wanderungen oder Trail-Running in den Bergen. (Anfahrt von Canico: 45 Minuten)

Pico do Ariero – Sonnenaufgang
Pico do Ariero – Sonnenaufgang

Funchal – Hauptstadt Madeiras

Madeiras Altstadt
Madeiras Altstadt

Unser Hotel lag 20 Min entfernt von Funchal. Funchal kann man mit dem öffentlichen Bus aus der Umgebung erreichen. Dieser hält am Hafen, der als guter Ausgangspunkt dient. Besonders sehenswert ist die Altstadt mit ihren kleinen, bunten Gassen, gespickt mit Streetart und liebenswerten kleinen Läden. Es lohnt sich, einfach durch die Gassen zu schlendern und sich ein bisschen treiben zu lassen. Immer wieder gibt es grüne Flecken in der Stadt; kleine Parks mit landestypischen Pflanzen und Schattenplätzchen zum Ausruhen und Pause machen.

Vom Hafen aus fährt eine Seilbahn hoch in den Stadtteil „Monte“. Die Fahrt dauert circa 20 Minuten und kostet 16 Euro (hin & zurück).

Seilbahn nach Monte
Seilbahn nach Monte

Es lohnt sich, weil man einen super Ausblick auf die Stadt, die kleinen Gassen, die Häuser, die Bucht und das Meer erhält. Man nimmt wahr, dass Funchal in Hügel eingebettet ist und eine besondere Lage hat. Es geht 3200m hinauf. Wenn man Pech hat, kommt man oben in einer „Nebelsuppe“ an, die wie ein Schleier über Monte liegt. Wir hatten Glück und konnten den Blick nach unten genießen.

Oben angekommen hat man mehrere Möglichkeiten: Eine weitere Seilbahn zum Botanischen Garten nehmen (kostet extra – gibt Kombitickets für beide Bahnen!, Eintritt 6 Euro p.P.) oder mit dem Korbschlitten nach unten düsen (p.P. 15 Euro). Dies hat Tradition in Madeira. Die 2km lange Abfahrt endet etwas außerhalb von Madeira. Wir entschieden uns ein bisschen durch Monte zu schlendern und die Aussicht und die Abkühlung weiter zu genießen – wir fuhren mit der Gondel wieder runter. Die Korbschlitten waren aber sehr beliebt. An einer Sammelstelle standen mindestens 20 Leute an, um mit den „Gondolieren“ nach unten zu fahren. Leider kann ich an dieser Stelle nicht sagen, ob sich das Geld lohnt, aber auf diversen Seiten gibt’s Infos und Erfahrungen dazu.

Ausblick von Monte auf Funchal in Madeira
Ausblick von Monte auf Funchal

Wieder unten angekommen gehört ein Abstecher in den Mercado dos Lavaradores zu einem Madeirabesuch dazu. Die Eindrücke hier nahmen wir mit allen Sinnen wahr! Riechen, hören, sehen und schmecken sind garantiert. Letzteres wird oft von den Verkäufern genutzt, um Früchte und Gewürze zu verkaufen – Vorsicht vor „Tourifallen“! Trotzdem ein schöner Ort, um Spezialitäten und „typisch Madeira“ kennenzulernen.

Mercado dos Lavaradores
Mercado dos Lavaradores

Zu sehen gibt es außerdem noch das CR-7 Museum (Cristiano Ronaldo wurde in Madeira geboren), was für Fußballfans sicherlich interessant sein könnte. Es liegt am Hafen. Außerdem kann man noch die Festung Fortaleza de Sao Tiago mit Museum und Dauerausstellung besuchen. Funchal kann man sich an einem Tag anschauen und es ist definitiv ein Tagesausflug wert!

Camara de Lobos + Cabo Girao

5km westlich von Funchal liegt das malerische Fischerdörfchen Camara de Lobos. Mit dem Mietwagen geht’s wie bei jedem Stop steil hinab in die Bucht. So langsam hatten wir verstanden, wenn man die Landstraße oder Autobahn verlässt, muss man sich auf steile, engere und kurvenreiche Straßen einstellen, die aber (meist 😉) gut zu bewältigen sind. Direkt am kleinen Hafen befinden sich Parkplätze, die günstig sind. Ein paar Treppen vom Hafen hinauf hat man einen schönen Blick auf die Bucht und die steilen Felsen im Hintergrund. Die bunten Boote treiben langsam vor sich hin und die Einheimischen sitzen am Hafen oder in kleinen Cafés. Auf jeden Fall ein gemütlicher Abstecher mit super Fotomotiv.

Camara de Lobos auf Madeira
Camara de Lobos

Weiter geht’s mit dem Mietwagen Richtung Cabo Girao. Eine Aussichtsplattform 580m über dem Meer mit Glasplattform, die den besonderen Blick nach unten bietet. Vorbei an Bananenstauden immer aufwärts durch relativ schmale aber machbare Straßen geht’s zum Aussichtspunkt. Wir kommen vorbei an der Seilbahn, die runter zur Küste geht. Hier kann man mit einer von zwei Gondeln (Kapazität 6 Personen) über die typischen Terrassenfelder runter zur Küste fahren. Die Gondel nutzen früher Landwirte für den Transport. Wir ließen die Gondel aus und fuhren direkt hoch zum Aussichtspunkt. Dort konnte man entspannt parken und die Aussicht auf die Küsten, das Meer und die Steilfelsen genießen. Schön war der Kontrast zwischen knallblauem Meer, dunklem Strand und der Steilküste.

Cabo Girao Plattform und Blick nach unten
Cabo Girao Plattform und Blick nach unten
Aussicht vom Cabo Girao in Madeira
Aussicht vom Cabo Girao

Seixal – Küstendorf

Seixal in Madeira
Seixal

Im Norden von Madeira schauten wir uns den kleinen Küstenort Seixal an. Der dunkle Sand am Strand, die Trauben, die hier überall wachsen und für den „Madeirawein“ dienen und die Naturpools sind auf jeden Fall etwas Besonderes. Das Wetter war ein bisschen trüb und schwül, aber das Örtchen war trotzdem den Halt wert. Man könnte direkt unten am Wasser parken – man kann aber auch oben parken, um den ganzen Weg später schnaufend hochzulaufen 😉… Unten am Wasser angekommen, peitschte das Meer und mischt sich zwischen die Felsen. Der Strand – hier im Gegensatz zu anderen Orten – ein Sandstrand, allerdings mit dunklem Sand, bietet Ausblick auf einen Wasserfall und ein Stückchen weiter einen Naturpool.

Porto Moniz

Ein paar Kilometer weiter liegt der belebtere und touristischer Ort Porto Moniz. Hier waren viele Touristen unterwegs, die sich die Naturpools anschauten, Fisch aßen und die Promenade entlang spazierten. Die Naturpools werden auch „Lavabecken“ genannt. Sie sind natürlich ins Meer zwischen Felsen eingelassen und gelten als Naturpool. Das Wasser bricht an den Felsen und trifft teilweise mit Wucht auf den Pool und die Gäste, was das besondere Erlebnis ausmacht. (Eintritt: 1,50 Euro)

Auf jeden Fall früh kommen und/oder Zeit mitbringen, weil viele Leute gerne das Erlebnis „Meerschwimmbad“ genießen wollen.

Wir setzten uns in eins der Restaurants in der Nähe des Pools und genossen die Aussicht, das Sandwich und die leckere Madeira-Fanta, bevor es wieder Richtung Hotel ging.

Naturpool in Porto Moniz auf Madeira
Naturpool in Porto Moniz

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Sao Vicente (Kleinstadt mit schönem historischem Kern)
  • Santana (bekannt für die reetgedeckten typischen kleinen Häuschen, sehr touristisch)
  • Machico (älteste Stadt Madeiras, ehemalige Hauptstadt, mit SANDstrand

Gut zu wissen

  • es gibt sehr wenige Sandstrände (künstlich erschaffen gibt es einen in Machico)
  • Badeurlaub ist möglich, aber die Strände sind aus Kieselsteinen
  • das Klima ist mild, wir hatten maximal 25 Grad im Juli, trotzdem sonnenbrandtauglich 😉
  • das Meer ist kaaalt, zumindest für uns
  • die Landung mit dem Flugzeug gilt als eine der schwierigsten wegen der kurzen Landebahn und der Winde, bei uns war alles gut und problemlos! Wir hatten vorher Videos und Berichte gesehen, die nicht wirklich motivierend sind, aber es war wirklich in Ordnung.
  • unbedingt ausprobieren: Brisa Maracuja „Fanta Madeira“ – super lecker!
  • Augen auf: Überall gibts Pflanzen und Blumen zu bewundern, so dass man den Botanischen Garten nicht zwingend besuchen muss
  • Auto fahren auf Madeira
    • wir haben im Hotel ein E-Auto gemietet (3 Tage 80 Euro)
    • E-Auto fahren war eine gute Erfahrung, ABER es gibt nicht überall Ladestationen!
    • Automatik ist sehr, sehr empfehlenswert, außer man kann super am Berg anfahren
    • die Straßen sind teilweise sehr schmal und steil, man kommt teilweise echt ins Schwitzen (auch hier hatten wir vorher viel gelesen und waren uns unsicher, ob wir es auf eigene Faust wagen sollen – es ist machbar, aber definitiv herausfordernder als zu Hause)
    • wir waren zwei relativ nervöse Mädels, haben es aber mit einigen Panikattacken und Teamwork dann aber gut überstanden 😊

Fazit

Madeira ist blumig, Madeira ist bunt, Madeira ist Natur, Madeira ist ein Ort, an dem man die Seele baumeln, die Gedanken schweifen und mit allen Sinnen die tollsten Eindrücke sammeln kann.

ferienfrei

Ich bin Mareike, Lehrerin und in der Ferienzeit liebend gern unterwegs. Hier gibt’s individuell geplante Städtereisen und Roadtrips, eine Mischung aus Klassikern und unbekannten Schätzen, europaweit, aber auch mit einem Abstecher nach Asien.

Schreibe einen Kommentar