Chiang Mai

Chiang Mai

Chiang Mai – traditionelle Tempelstadt

Chiang Mai liegt im Norden Thailands und wir verbrachten hier vier Nächte. Wir schliefen im Le Naview @Prasingh, einem drei Sterne Hotel mit guter Lage, leckerem Frühstück, modern, schick, mit nettem und hilfsbereites Personal, vielen Restaurants in der Nähe und einem Massagestudio sowie Rollerverleih gegenüber.

Chiang Mai ist mit 140000 Einwohnern die größte und kulturell wichtigste Stadt der Nordregion. Das Klima ist angenehmer als in Bangkok. Die Stadt ist kleiner und gemütlicher. Der Stadtkern ist zu Fuß gut abzulaufen. Manche Tempel und ein Nationalpark liegen weiter außerhalb, sind aber mit dem Roller gut erreichbar. Mit dem Roller unternahmen wir auch einen Ausflug zum Wat Kanthan Chang Khan (einer Tempelruinenanlage).

Chiang Mai hat uns sehr gut gefallen (besser als Bangkok) und sollte auf der Thailand-Bucketlist nicht fehlen. Warum, erfahrt ihr in diesem Blogpost.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in und um die Stadt, ein Tempel Best of 7 und ein kleiner Ausflug in die Geschichte folgen hier und zeigen Chiang Mai mit seinen Highlights.

Doi Suthep Pui Nationalpark

Für diesen Tagesausflug mieteten wir uns einen Roller (Rollerverleih gegenüber des Hotels) und fuhren gegen 8:00 Uhr los. Der Park liegt circa 6km außerhalb der Stadt und der Eintritt ist kostenlos. Der Hauptstraße 1004 folgend vorbei am Zoo verlässt man die Stadt.

Erste Station auf unserer Reise war der Huaykeaw Waterfall. Dieser wirkt wie eine grüne Oase, die noch im Stadtgebiet liegt. Zum Wasserfall fuhren wir nur 15 Minuten. Das Naherholungsgebiet umfasst den Wasserfall, kleine Restaurants, Möglichkeiten zum Schwimmen gehen und Aussicht auf die Stadt. Wir kletterten erst ein Stück am Wasserfall entlang, bis es zu rutschig wurde 😉. Man kann auch neben dem Wasserfall hochlaufen, um einerseits einen Blick auf den Ursprung des Wasserfalls und andererseits die Aussicht auf die Stadt zu haben. Die ganze Grünanlage vermittelt ein bisschen Dschungelfeeling und ist ab der Mittagszeit wohl immer gut gefüllt, da man unterhalb des Wasserfalls auch schwimmen, sich sonnen und gemütlich picknicken kann.

Tipp: Morgens ist es noch relativ frisch und je höher man die 1600m fährt, desto kühler wird es. Wir hatten lange Stoffhosen und langärmlige Shirts an, die wir zur Mittagszeit dann ausziehen konnten.

Unser zweiter Stopp war der „Doi Pui Lookout“. Dieser ist nicht mit Namen ausgeschildert, da er irgendwann recht zufällig am Straßenrand erscheint und den Blick über die Berge und ins Tal, zum Hmong Village, bietet. Sicherlich auch toll bei Sonnenauf und -untergang! Am Aussichtspunkt gibt es die Möglichkeit, sich bei zwei kleinen Ständen was zu trinken zu kaufen.

Wat Phra That Doi Suthep

Von dort ging es weiter die Serpentinen hoch zu unserem Tagesziel: Dem Tempel Wat Phra That Doi Suthep. Auch wenn wir früh dort waren, war die Anlage schon gut gefüllt und wir mussten erstmal nach einem Platz für den Roller suchen. 

Unterhalb des Tempels sind kleine Läden, die Handwerk, Souvenirs, Kunst sowie Essen und Trinken verkaufen. Zum Tempel gelangten wir über die Naga Treppe, die uns über 210 Stufen hoch zum Eingang führte. Am Ende der Treppe ist rechts ein kleines Kassenhäuschen. Der Eintritt kostet umgerechnet 80 Cent pro Person. Auch hier ist auf die richtige Kleiderordnung zu achten: Knie und Schultern bedecken!

Der Hauptteil des Tempels, kaum zu übersehen, ist der circa sieben Meter hohe Chedi im Inneren des Tempels (in diesem Bereich muss man die Schuhe ausziehen). Hier konnten wir viele Gläubige sehen, die den Chedi mit einer Blume in der Hand siebenmal umrundeten und somit den Buddha sowie den Ort ehrten und würdigten. Nicht nur wegen des Chedis sondern auch wegen des gesamten Innenhofs ist die Innenanlage wirklich interessant. Es gibt einen Rundgang, der mit Malereien und Bildern an den Wänden vom Leben der Buddha erzählt.

Chedi, der von Gläubigen umlaufen wird

Um die innere Anlage herum gibt es kleinere Gebäude, ein Glockenspiel, verschiedene Statuen von Buddhas und Elefanten und eine Aussichtsplattform mit Blick über Chiang Mai. Der Ausblick vom vorherigen „Viewpoint“ gefiel mir persönlich besser, da man hier mehr Natur und weniger Flughafen und Landebahn zu sehen bekommt 😊.

Der Ausflug in den Doi Suthep Nationalpark ist zurecht überall als ein „must-see“ beschrieben. Es macht Spaß, mit dem Roller den Berg hochzufahren, vorbei an kleinen Gedenkstätten, Tempeln, Wasserfällen und Aussichtspunkten, an denen man flexibel und spontan halten kann. Eine grüne Lunge direkt vor den Toren der Stadt ist was Besonderes, das durch den beeindruckenden Tempel, der bei Sonnenschein im Kontrast zum blauen Himmel königlich golden glänzt, nochmal übertroffen wird.

Auf direktem Weg gelangt man von der Altstadt in 40 Minuten zum Tempel. Wie gesagt, am besten morgens oder abends und unter der Woche kommen.

Tha Phae Gate und Sunday Market

Wir schauten uns zwei der ehemaligen Stadttore an. Im Osten liegt das Tha Phae Gate. Dieses Tor war damals und heute das wichtigste Eingangstor zum Stadtkern. Vollständig erhalten ist der Wassergraben, der die Altstadt umgibt. Diesen sieht man auch, wenn man die Altstadt durch das Tor verlässt.

Der Platz um das Tor selbst hat eine nette Atmosphäre (leicht gestört durch sehr sehr viele Tauben 😉). Es gibt Straßenmusiker und gemütliche Bänke, die zu einer kleinen Pause einladen, bei der man sich das Leben auf dem Platz gut anschauen kann.

Die Straße, die zum Tor hinführt, ist eine der belebtesten Straßen mit vielen Restaurants, Cafés und Hotels. Sonntags findet hier von 17-23 Uhr die Chiang Mai Walking Street, ein riesiger Nachtmarkt, statt. Von Souvenirs bis zu Essen und Trinken gibt es hier alles. Ich kaufte mir einen hübschen Bilderrahmen und eine Reisepasshülle mit Namen und kleinem Flugzeuganhänger.

Chiang Mai Gate

Im Süden der Stadt liegt das Chiang Mai Gate. Zunächst fuhren wir zufällig am Gate vorbei, als wir zum Doi Suthep unterwegs waren. Dann liefen wir gezielt vom Hotel nochmal zum Eingangstor in die Altstadt. Auch hier verläuft der Wassergraben und umgibt die Reste der Stadtmauer.

TEMPEL BEST OF

Hier folgt eine kleine Auswahl von sieben Tempeln, die man in Chiang Mai gesehen haben sollte und die uns besonders gut gefielen. Natürlich gibt es noch viel mehr als „nur“ sieben Tempel zu entdecken, denn in Chiang Mai gibt es über 200 buddhistische Tempel (Wat) zu entdecken.

Der Wat Phra Singh ist der berühmteste Tempel Chiang Mais und liegt mitten in der Altstadt. Auf dem Gelände kann man einige Zeit verbringen und sich den Tempelkomplex anschauen. Auf dem Foto ist der goldene Chedi zu sehen mit kleineren Chedis und Elefantenverzierungen außenherum. Eine weitere besondere Bedeutung erhält die Tempelanlage durch die goldene Buddha-Statue, die in einem der Gebäude besucht werden kann.

Eintritt: 20 Baht

Öffnungszeiten: 6-17 Uhr

Der Wat Chedi Luang liegt im Zentrum der Altstadt. Wir besuchten den Tempel am Abend und gerade zu dieser Zeit machte er Eindruck auf uns. Vor allem der 82m hohe Chedi mit seinen Elefantenstatuen und detaillierten Verzierungen im nördlichen Teil der Tempelanlage ist beeindruckend. Auf dem Gelände sieht man auch Mönche, die an der angeschlossenen Universtität lernen und lehren. Im Hauptgebäude gibt es eine große Buddha-Statue zu besichtigen.

Eintritt: 20 Baht

Öffnungszeiten: 7-22 Uhr

Der Wat Lokmolee liegt vor den Toren der Altstadt und besticht durch seine Einfachheit. Der Chedi ist einfach braunfarben gehalten und das Gebäude davor ist aus Holz gebaut. Im Inneren gibt es Wandmalerein zu bestaunen. Die Anlage ist klein aber fein.

Eintritt: kostenlos

Öffnungszeiten: 6-17 Uhr

Der Wat Rajamontean ist nicht zu übersehen mit seiner auffälligen gold-weißen Buddha-Statue an der Front des Gebäudes und liegt direkt gegenüber des Wat Lokmolees. Besonders macht ihn das Farbenspiel zwischen rot, weiß und gold. Er unterscheidet sich stilistisch von den anderen Tempeln und ist ein ganz spezieller, aber schöner Tempel.

Der Eintritt ist kostenlos.

Zu den Öffnungszeiten gab es keine Angaben.

Der Wat Suan Dok liegt südlich der Suthep Road und wir fuhren mit dem Roller dorthin. Uns gefiel er gut, weil der 48 Meter hohe goldene Chedi zwischen weißen kleinen Elementen herausragt. Das Nebengebäude mit einer Buddha-Statue kann man für 20 Baht (Stand 2018) besuchen. Zudem befindet sich auf dem Gelände die Mahachulalongkorn Buddhist University.

Öffnungszeiten: 6-17 Uhr

Der Wat Sri Suphan, der silberne Tempel, liegt 600m vom Chiang Mai Gate vor den Toren der Altstadt. Meiner Meinung ist er noch ein Geheimtipp. Es waren nicht viele Touristen vor Ort und er zählt nicht zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Der Tempel ist eine tolle Abwechslung zu den anderen Tempeln und mit seinen Blumenverzierungen auf dem Silber schön anzusehen. Zum silbernen Ubosot (das heiligste Gebäude in einem Tempel) haben nur Männer Zutritt.

Eintritt: 50 Baht

Öffnungszeiten: keine Informationen

Der Wat Chedlin liegt auch nur 300 Meter vom Chiang Mai Gate (in der Altstadt) entfernt und ist nicht unbedingt wegen des Tempels an sich sehenswert, sondern wegen des kleinen Gartens, den man im hinteren Teil der Anlage findet. Es gibt einen Seerosenteich mit einem bunt verzierten Steg und kleinen Schildern mit Sprüchen und Weisheiten auf dem Weg. Hier waren wir fast allein unterwegs. Mönche saßen im Schatten der Anlage und zu bestimmten Zeiten kann man hier am „Monk Chat“ teilnehmen.

Eintritt: kostenlos

Öffnungszeiten: 4-17.30 Uhr

Ausflug zum Wat Kantham Chang Khan

Knapp 5km vor den Toren Chiang Mais liegt die ehemalige Tempelanlage Wat Kantham Chang Khan. Die Anlage liegt in der restaurierten Siedlung Wiang Kum Kam. Hier gibt es diverse Ausgrabungen zu begutachten und einen aktiv genutzten Tempel.

Zudem liegt das Lanna Rice Barn Resort mit rustikalen Holzbungalows, traditionellem Essen und einer kleinen Ausstellung mit einem Laden mit einheimischen Essen und Handwerk in der Nähe der Altstadt und Ruinen. Das Essen dort ist teurer als das Essen in der Stadt, hebt sich geschmacklich ab und ist teilweise sehr geschmacksintensiv und scharf.

Fazit

Chiang Mai ist meiner Meinung nach ein richtiges Schmuckstück. Aktuell kann ich Chiang Mai nur mit Bangkok vergleichen und muss sagen, wenn ich nochmal wiederkommen sollte, würde ich mir lieber Chiang Mai und Umgebung (hier gibt es laut Reiseführer noch viel mehr zu entdecken!) genauer ansehen. Besonders die von der Stadtmauer und dem Wassergraben umgebene Altstadt ist so sehenswert, weil an jeder Ecke ein Tempel steht, die sich aber alle voneinander unterscheiden. In Chiang Mai kann man in Kultur und Geschichte eintauchen, die meisten Sehenswürdigkeiten “ablaufen” oder mit dem Roller durch die Stadt und die nähere Umgebung touren. Besonders schön war hier die Tour zum Doi Suthep. Die Atmosphäre in Chiang Mai ist gemütlich, Restaurants und Cafés findet man überall und das zu moderaten Preisen.

Eine richtig entspannte Atmosphäre versprühen die kleineren Tempelanlagen und Innenhöfe am Abend. Wer dem Trubel der Nachtmärkte entgehen möchte, sollte die Nebenstraßen aufsuchen und den Lampions folgen:

Chiang Mais beste Reisezeit liegt im Zeitraum von November bis Februar. Wir waren zum Jahreswechsel da. Das Wetter war angenehm warm.

Also dem Winter in Deutschland entfliehen und AB NACH CHIANG MAI!

ferienfrei

Ich bin Mareike, Lehrerin und in der Ferienzeit liebend gern unterwegs. Hier gibt’s individuell geplante Städtereisen und Roadtrips, eine Mischung aus Klassikern und unbekannten Schätzen, europaweit, aber auch mit einem Abstecher nach Asien.

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